Notwendigkeit und Möglichkeiten beruflicher Fortbildungsmaßnahmen zum Erhalt der beruflichen Handlungskompetenz im Rettungsdienst

Eine Analyse und empirische Untersuchung im Rettungsdienst Braunschweig

In der Bachelorarbeit wurde eine explorative Untersuchung durchgeführt, die im Rahmen der jährlichen Pflichtzertifizierung von Rettungsfachkräften zur Durchführung der erweiterten Versorgungsmaßnahmen stattgefunden hat.  Es wurde untersucht, inwiefern die Notwendigkeit und die Möglichkeiten beruflicher Fortbildungsmaßnahmen zum Erhalt der beruflichen Handlungskompetenz im Rettungsdienst bestehen. Hierfür wurden qualifikationsspezifische Merkmale aufgezeigt, welche im Rahmen didaktischer Analysen berücksichtigt werden können. Dazu zählen beispielsweise unterschiedliche Methoden, welche beim Lernen als hilfreich empfunden wurden sowie die unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen und spezifischen Aufgaben der Berufsgruppen, welche individuelle Zugänge zu Lerngegenständen notwendig machen. Einbezogen wurden RettungshelferInnen, RettungssanitäterInnen, RettungsassistentInnen und NotfallsanitäterInnen. Die Untersuchung wurde mittels deskriptiver quantitativer Verfahren im Rahmen von Testauswertungen sowie eines standardisierten Fragebogens zum Lern- und Fortbildungsverhalten in einem städtischen Rettungsdienst mit fünf Leistungserbringern durchgeführt. Dazu wurden im Erhebungszeitraum vom 01.01.2017 bis zum 03.09.2017 insgesamt 134 schriftliche Tests sowie 64 Fragebögen ausgewertet. Sowohl die Testergebnisse als auch die Auswertung der Fragebögen ergaben, dass ein konsequenteres und, hinsichtlich des Zugangs zum Lerngegenstand, vielfältigeres Fortbildungsangebot benötigt wird, um den Anforderungen zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Rettungsfachkräfte gerecht zu werden. Außerdem wurde die Fortbildungspflicht aus unterschiedlichen Gründen häufig nicht erfüllt. Die Arbeit zeigt verschiedene Ansatzpunkte, qualifikationsspezifische und kompetenzorientierte Fortbildungsmaßnahmen zu planen, die eine Verknüpfung aus institutionellen Lernarrangements und praktischer Umsetzung im Notfalleinsatz mit anschließender Reflexion ermöglichen könnten.

Es sei darauf hingewiesen, dass der Untersuchungszeitraum die Ausgangsbasis für die stetige Entwicklung eines bedarfsgerechten Konzeptes für den Rettungsdienst der Stadt Braunschweig darstellte. Gewonnene Erkenntnisse konnten genutzt werden, um eine zielgruppen- und bedarfsgerechte Anpassung sowie kontinuierliche Weiterentwicklung im Bereich der Fortbildung der Rettungsfachkräfte zu gewährleisten.   

Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Theoretischer Hintergrund 3
2.1 Organisation und Struktur des Rettungsdienstes in Deutschland
2.1.1 Qualifikationen und Ausbildungen im Rettungsdienst 3
2.1.2 Ärztlicher Leiter Rettungsdienst 8
2.1.3 Rettungsschule 9
2.2 Lernen 10
2.2.1 Begriff Lernen 10
2.2.2 Lern- und Lehrtheorien 10
2.2.3 Verlernen 12
2.3 Gedächtnis 12
2.3.1 Begriff Gedächtnis 13
2.3.2 Gedächtnismodelle und -prozesse 13
2.3.3 Erinnern 15
2.3.4 Vergessen 16
2.4 Kompetenz 19
2.4.1 Begriff Kompetenz 19
2.4.2 Kompetenzdimensionen und -klassen 20
2.4.3 Kompetenzmessung 21
2.4.4. Kompetenzentwicklung 23
2.5 Stand der Forschung 25
2.6 Fragestellung 27
3 Methode 29
3.1 Forschungsfeld 29
3.2 Stichprobe 31
3.3 Datenerhebung 33
3.4 Auswertung 34
4 Ergebnisse 35
4.1 Ergebnisse der Befragung 35
4.2 Ergebnisse der Klausurauswertung 42
5 Diskussion 45
6 Fazit 57
Literaturverzeichnis III
Anhang: VI
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